Veranstaltungs-Blog SS 2020

Wanderung durch die Mark Brandenburg - Teil 3: Besondere Orte der Prignitz

 

Der dritte Teil unserer Wanderung führt uns zu besonderen Orten in der Prignitz.

Die über 10.000 Jahre gewachsene Kulturlandschaft der Prignitz verfügt über ein außerordentlich reiches archäologisches Erbe. Bronzezeitliche Grabhügel, ein neuzeitliches Schlachtfeld und mittelalterliche Städte. Auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg wird Historie von der Steinzeit über das Mittelalter bis hin zum Dreißigjährigen Krieg hautnah erlebbar.

Wir haben für Sie zwei bedeutsame archäologische Orte herausgegriffen:
1. Das Königsgrab von Seddin (Flyer Seddin)
2. Das Hünengrab von Mellen (Flyer Mellen)

ad 1) Das „Königsgrab“ gilt als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jahrhunderts vor Christus im nördlichen Mitteleuropa. Seine enorme Größe, die besondere Konstruktion des Grabhügels, die große steinerne Grabkammer mit Lehmverputz und Bemalung spiegeln gemeinsam mit der reichen Grabausstattung die Existenz einer jungbronzezeitlichen Elite in der Prignitz wider. Die Seddiner Oberschicht war in das Netzwerk von Handel und Kommunikation in Europa eingebunden und bestand über mehrere Generationen hinweg. Aufgrund der wertvollen und üppigen Grabbeigaben kann geschlossen werden, dass es sich um das Grab eines Königs handelt. Der Sage nach soll dies der gütige und gerechte König Hinz der Prignitz gewesen sein, der nach seinem Tod zusammen mit seiner Gemahlin und einem treuen Diener, die ihm aus Schmerz mit in den Tod gefolgt sind, dort in drei Gefäßen bestattet wurde.
Dem Grabhügel vorgelagert befindet sich eine 290 m lange Reihe von 150 kreisförmigen steingefüllten Gruben. Diese ca 80-100 cm breiten und 80 cm tiefen Gruben dienten wohl Feuerritualen. Die faust- bis kopfgroßen Steine sind feuergeschwärzt und mit Holzkohleresten durchsetzt. Ein direkter Zusammenhang zu dem Königsgrab ist bis heute unklar.

ad 2) Das Großsteingrab in Mellen nahe Lenzen an der Elbe wird der Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. zugeordnet und gilt als eins der letzten Zeugnisse der Megalithkultur im nördlichen Europa.
Bei dem Hünenbett handelt es sich um ein sogenanntes Ganggrab mit rechteckigem Langbett. Die etwa 22 x 8 m große Grabanlage mit einer zentral gelegenen Kammer wurde aus großen Findlingen erbaut. Ursprünglich war über der Kammer ein Erdhügel aufgeschüttet, dessen Einfassung die äußere Steinsetzung bildete. Die Grabkammer bestand aus ehemals sechs Jochen. Ein Joch wurde jeweils durch zwei senkrechte Trägersteine (Orthostaten) und einen Deckstein gebildet. Die Steine wurden mit ihrer ebenen Seite nach innen gesetzt und die Zwischenräume mit kleineren Steinplatten ausgezwickelt. Ein ähnlich konstruierter Gang vom Hügelrand zur Kammer gab dieser Grabform den Namen. Die Anlage diente über mehrere Jahrhunderte als Grab- und Ritualanlage einer Gemeinschaft, wohl einer Familie oder eines Clans. Zugleich dürfte diese Anlage ein Zeichen des Besitz- oder Herrschaftsanspruches und ein gesellschaftliches Statussymbol für diese frühen Bauern- und Viehzüchterkulturen gewesen sein.

Beide Anlagen, wie viele andere auch, dienten im 18. und 19. Jahrhundert der Baustoffgewinnung und sind demzufolge nur unvollständig erhalten. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden sie geschützt und erforscht.

Die Bilder zu den beiden Grabanlagen können Sie über diesen Link aufrufen.

Folgende Quellen wurden verwendet:
- Titelbilder: 
   1. Königsgrab von Seddin aus: ZAO Flyer Seddin, Landkreis Prignitz
   2. Das Grab von Mellen aus: www.landkreis-prignitz.de, Tafel Mellen
www.landkreis-prignitz.de 
   "Das Königsgrab von Seddin", "Sagen vom König Hinz"
   "Das Grab von Mellen"
- www.landkreis-prignitz.de
   ZAO Flyer Mellen, ZAO Flyer Seddin
- Fotos der Bilderstrecke: ©Petra Roloff

 

„Digitalisierung und KI – technologische Herausforderungen und gesellschaftliche Implikationen“

Ein Gespräch zwischen
Dr. Julia von Thienen, Hasso-Plattner-Institut Potsdam und
Dr. Aljoscha Burchardt, Deutsches Institut für Künstliche Intelligenz, Berlin

Erleben Sie eine spannende und hoch informative Auseinandersetzung über die gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Bedeutung von Digitalisierung und KI. Die Entwicklung dieser Bereiche hat durch die Corona-Krise einen zusätzlichen gigantischen Schub erfahren und zeitweilig eine Weiterführung des Lebens und Wirtschaftens in dieser Zeit überhaupt erst möglich gemacht.

Bitte öffnen Sie die Video-Aufzeichnung über diesen Link:

https://www.dropbox.com/s/3br0blmm0gt0b51/Video.mp4?dl=0  <https://www.dropbox.com/s/3br0blmm0gt0b51/Video.mp4?dl=0>

 

 

Wanderung durch die Mark Brandenburg - Teil 2: die Landschaft des nördlichen Brandenburgs

Die Landschaften des nördlichen Brandenburgs bilden die Prignitz, das Ruppiner Land und die Uckermark. Es gibt in Nord-Brandenburg viele versteckte Naturschönheiten, die touristisch nicht oder nur wenig erschlossen wurden und daher im Besonderen dazu geeignet sind, Natur und Stille, weit entfernt von städtischer Hektik hautnah zu erleben.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zwei davon vorstellen: die Ruhner Berge und das Rambower Torfmoor.

- Die Ruhner Berge sind eine bis zu 176,8 m über dem Meeresspiegel gelegene Endmoräne in der nördlichen Prignitz und dem angrenzenden Mecklenburg-Vorpommern. Benannt sind sie nach dem früheren Dorf Ruhn, das heute eine Wüstung ist. Die Hügelkette der 1994 zum Landschaftsschutzgebiet erklärten Ruhner Berge ist ein Stauchmoränengebiet der vorletzten Vereisung, der Saale-Eiszeit. Die durch Buchen- und Nadelwälder bewachsenen Hügel und karge Wiesenflächen gekennzeichnete Landschaft ist vielfältig und wild-romantisch. An ihrem Westhang entspringt die Löcknitz, ein rechter Nebenfluss der Elbe.
Neben dem offiziellen Vermessungsstein an der höchsten Stelle befindet sich vor dem Aussichtsturm der von Geodäten FF- Stein genannte Trigonometrische Punkt des Hauptdreiecksnetzes der ersten Triangulation in Mecklenburg durch Friedrich Paschen. Die Bezeichnung des Steins ist angelehnt an Friedrich Franz II., der die Großherzoglich Mecklenburgische Landvermessung (1853–1860) in Auftrag gab.

- Das Rambower Torfmoor befindet sich im Kreis Prignitz nördlich der Stadt Lenzen. Es gehört zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Das Rambower Moor entstand während der Saale-Kaltzeit. In der Senke des Gorlebener-Rambower Salzstocks bildete sich ein See, aus dem sich schließlich über viele Jahre hinweg der Moorkörper entwickelte. In früheren Zeiten diente das Moor den Menschen der Grünlandnutzung, dem Torfstich und der Fischerei. Heute gilt das Gebiet als eines der schönsten Durchströmungsmoore im Land Brandenburg.
Eine große Vielfalt ist v.a. bei den Insekten zu bestaunen: Über 245 Schmetterlingsarten wurden im Rambower Torfmoor nachgewiesen, unter anderem auch der geschützte Große Feuerfalter. Von besonderer Bedeutung ist das Vorkommen der Großen Rohrdommel, die auf Grund ihres unverkennbaren Rufes auch Moorochse genannt wird. Diese vom Aussterben bedrohte Reiherart brütet bevorzugt in ausgedehnten Verlandungszonen von Seen, Altwässern und Teichen.

In der über folgenden Link zu erreichenden Bilderstrecke können Sie in diese besonderen Orte eintauchen.

 

Verwendete Quellen:
- Titelbild: Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland, Band 1: Gesellschaft und Staat, Institut für Länderkunde, Leipzig (Hrsg.), Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 1999
https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhner_Berge
https://www.naturorte.de/rambower-moor/
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 https://data-naturerbe.nabu.de/schutzgebietssteckbriefe/Rambower_Torfmoor.pdf
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 Fotos der Bilderstrecke: ©Petra Roloff

 

Wanderung durch die Mark Brandenburg - Teil1: Die Architektur der Prignitz

Die Prignitz ist eine der ältesten Kulturlandschaften in der Mark Brandenburg. Zu ihr gehören heute der Landkreis Prignitz und der Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Die älteste Erwähnung der Prignitz findet man in einer Urkunde des „falschen Woldemar“ aus dem Jahr 1349.

Idyllische Dörfer und mittelalterliche Städte mit eindrucksvollen Sakralbauten und historischen Stadtkernen zeugen von einer bewegten und wohlhabenden Vergangenheit. Selbst in kleinen Dörfern mit weniger als 300 Einwohnern finden sich vereinzelte herrschaftliche Häuser und immer auch zumindest eine aufwendig gestaltete Kapelle, oft auch eine richtige Kirche.

Grund dafür ist die Christianisierung und Kolonialisierung der Prignitz nach dem Wendenkreuzzug von 1147 n.Chr. Das Gebiet wurde vom Bischof von Havelberg und vielen kleinen Territorialherren eingenommen und besiedelt. Unter diesen war ein Ritter Johannes, der nach seinem altmärkischen Besitz, der Gänseburg bei Pollitz, den Übernamen „Gans“ trug und auf seine Nachfahren weitervererbte. Diese nannten sich je nach ihren Besitzungen Gans von Wittenberge, Gans von Perleberg oder Gans von Putlitz und die Familie heißt heute noch: Gans Edle Herren zu Putlitz.
Diese Familie hat sich in besonderem Maße um die Prignitz verdient gemacht, was zu Teilen bis heute fortwirkt.

Das Besiedlungswerk in der Prignitz, das im Wesentlichen um 1300 n.Chr. abgeschlossen war, vollzog sich also unter dem Schutze einer zahlenmäßig starken Ritterschaft und war zu dieser Zeit ein gigantisches geplantes Großbauprojekt.

Wir zeigen Ihnen in der Bilderstrecke, die Sie unter diesem Link:

https://www.dropbox.com/sh/0us5hhg0efbvlso/AAAhyLbW7Tgk0HAbGxm_Ae5wa?dl=0

aufrufen können, vor allem kleinere gemeine Wohn- und Stadtbauten aus den Orten Perleberg (Rolandstadt, Kreisstadt der Prignitz), Pritzwalk, Putlitz und Neuruppin (Fontanestadt, Kreistadt von Ostprignitz-Ruppin). Sie verschaffen Ihnen einen Eindruck von der Atmosphäre in den Ansiedlungen und Städten der Prignitz.

Vorherrschend in dieser Region sind rote Backsteinbauten, wenige Fachwerkgebäude und später auch herrschaftliche Stadtvillen und Geschäftshäuser. Viele dieser Gebäude sind mittlerweile aufwändig und zeitgemäß saniert worden.

Verwendetete Quellen:
- Titelbild: Die Prignitz und das Land Rup­pin im Jahr 1659, Joan Blaeu: Geo­gra­phia Bla­via­na
- Wikipedia: Prignitz
- www.dieprignitz.de
- www.geschichtsverein-prignitz.de
- Fotos der Bilderstrecke: ©Petra Roloff

 

Liebe Mitglieder und Freunde der BWG,

willkommen zu unserem ersten Podcast zum Start des Sommersemesters 2020.

Über den nachfolgenden Link können Sie den Vortrag von Prof. Dr. Steffen Mau anhören, den er am 5.11.2019 im Rahmen unserer Reihe "über brücken" in der HU Berlin gehalten hat. Prof. Mau ist Makrosoziologe an der HU. Er ist in Rostock aufgewachsen und schildert sehr eindrücklich seine Forschungen zur Entwicklung der ostdeutschen Gesellschaft vor, während und nach der Wende. Mehr zu Steffen Mau finden Sie hier: https://www.sowi.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/makro/mitarbeiter/Prof_Mau

Und das ist der Link zu dem Podcast: Lütten Klein

Ergänzend können Sie sich hier die PowerPoint-Präsentation herunterladen und damit die Audiodatei begleiten.

 

Virtuelles Veranstaltungsangebot im Sommersemester 2020

Liebe Mitglieder und Freunde der BWG,

als Alternative zu den Einschränkungen, die uns die Corona-Krise auferlegt, möchten wir Ihnen während des Sommersemesters 2020 ein virtuelles Programm anbieten, dass Sie ab 15.5.2020 hier einsehen können. 

Herzliche Grüße
Ihr geschäftsführender Vorstand