Veranstaltungs-Blog WS 20-21

12.11.2020

SPARK – ein Technologietransferprojekt von Charité und Berlin Institute of Health (BIH)

Am 12.11.2020 hat Prof. Dr. Franz Theuring einen Vortrag über das SPARK Projekt der Charité Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) gehalten.

Prof. Theuring ist aktuell der Direktor von SPARK Berlin und berichtet über Zweck, Ziele und Projekte von SPARK.

In der anliegenden PDF-Datei können Sie die Präsentation zu diesem Vortrag ansehen.

 

 

 

Wanderung durch die Mark Brandenburg - Teil 4: Verborgene Orte in der Prignitz

Die Kuhburg in Wüsten Vahrnow

Wüsten Vahrnow ist ein Straßendorf und liegt an der Chaussee zwischen Putlitz und Karstädt in der nördlichen Prignitz. Es wird als "wüste Vahrnow" 1618 erstmalig geschichtlich erwähnt.

Am Rande des Ortes stehen versteckt auf einem kleinen baumumstandenen Hügel mitten in einem Getreidefeld die Überreste eines Wehrturms. Er wird "Kuhburg" genannt und ist so gut versteckt, dass ihn selbst viele Einheimische nicht kennen. Einst war der Turm ein einfacher quadratischer Feldsteinbau. Die Mauern sind ungefähr eineinhalb Meter dick und haben bizarre Formen angenommen.
Digitale Geländemodelle zeigen an, dass es sich um eine Turmhügelburg, auch "Motte" genannt handelt. Eine Motte (franz. "Klumpen") ist ein mittelalterlicher Burgtyp, dessen Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem meist turmförmigen Gebäude ist. Die frühen Motten bestanden aus einem Holzturm, die späteren, wie die Kuhburg waren aus Steinen erbaut, manches Mal mit einem Aufbau aus Fachwerk. Außen herum war i.d.R. ein Graben und/oder eine Palisade. Häufig wurde erst der Turm gebaut und dann der Erdhügel drum herum aufgeschüttet, der Turm wurde "eingemottet".

Die Kuhburg in Wüsten Vahrnow war bis letztes Jahr noch nicht archälogisch erforscht. Erst im August 2020 begannen die ersten Ausgrabungen. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine quadratische Anlage mit einem Turm und einem umlaufenden Graben. Der Turm war circa sechs Meter hoch. Man kann von hier aus weit ins Land blicken. Es wird vermutet, dass er ein Beobachtungsturm war, der zum Schutz der Viehherden gegen die mecklenburgischen Raubritter in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Bei den Untersuchungen soll geklärt werden, zu wem die Anlage gehörte.

Auf der bekannten Schlossanlage im benachbarten Meyenburg (Kreis Prignitz) ist ebenfalls eine Motte ausgegraben worden, die dem 13. Jahrhundert zugeordnet wird. Das Schloss selbst, dass im 14. Jahrhundert auf den Mauern einer älteren Feste errichtet wurde und seine Vorläufer sind mittlerweile gut erforscht. Es war der Adelssitz der damals ansässigen Familie von Rohr. Es soll unter anderem untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Turmhügelburgen geben kann. 

Die Fotos zu der Kuhburg in Wüsten Vahrnow finden Sie hier

 

Verwendete Quellen:
www.amtputlitz-berge.de/verzeichnis/objekt.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Motte_(Burg)
https://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Meyenburg/Archaeologen-untersuchen-Turmhuegelburgen-in-der-Prignitz
Abbildung im Text: Arcisse de Caumont (1801-1873) - Ursprung unbekannt (in Wikipedia/Motte)
Fotos der Bilderstrecke: ©Petra Roloff